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Perspektiven

Im Reich der Giganten: Die 4. Klasse erkundet den Hötzelsberger Steinbruch

Einblicke in die Granitgewinnung, die modernste Asphalt-Recyclingtechnik und in eine beeindruckende Maschinenwelt

Was passiert eigentlich, wenn eine Straße aufgebrochen wird? Woher kommen die Steine, die wir im Alltag überall sehen? Um diesen Fragen auf den Grund zu gehen, besuchten die 22 Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse der Grundschule Auerbach gemeinsam mit ihren Lehrkräften Annemarie Vogl und Claudia Zitzelsberger den Hötzelsberger Steinbruch – ein „lebendiges Klassenzimmer“ der besonderen Art.
 

Sicherheit geht vor: Ausrüstung für kleine Entdecker
Der Tag begann für die Kinder aufregend: Nach einer gemeinsamen Brotzeit wurden alle mit eigenen Sicherheitswesten und Schutzhelmen ausgestattet. Bevor es auf das Betriebsgelände ging, besprachen Angel Bibov, Geschäftsführer der Thiele GmbH,Markus Raab, Prokurist und technischer Leiter, sowie Siegfried Pfeffer, Maschinentechnik bei MAX STREICHER GmbH & Co. KG aA gemeinsam mit den Kindern die wichtigen Sicherheitsregeln. Sicherheit hat in einem Steinbruch, in dem täglich bis zu 3.000 Tonnen Gestein gewonnen werden, schließlich oberste Priorität.
 

Von Granit, Tunneln und Umweltschutz
Während des Rundgangs erfuhren die Kinder Wissenswertes über die Geschichte des Standorts, der seit 1952 zur Firma Thiele gehört und seit 2023 durch die Partnerschaft mit der MAX STREICHER Holding weiter gestärkt wird. 
Die Vielseitigkeit des Hötzelsberger Granits wurde deutlich: Er dient nicht nur als stabiler Unterbau für Straßen, sondern der spezielle „Luxivit-Granit“ ist aufgrund seiner Helligkeit und Festigkeit sogar ideal als Verkleidung und Belag für Tunnel geeignet, wodurch dort weniger künstliche Beleuchtung nötig ist.
Ein zentrales Thema war die Nachhaltigkeit: Die Kinder lernten, dass Teer im Straßenbau bereits seit den 1970er-Jahren aufgrund seiner Beschaffenheit verboten ist. Stattdessen wird heute Asphalt verwendet. Aus Bitumen, Splitt und Recyclingmaterial wird neuer Asphalt, der – zur Freude der Schüler – hervorragend wieder recycelbar ist. Besonders beeindruckend war die Besichtigung der neuen Asphaltmischanlage mit ihrer „Paralleltrommel“. Diese Anlage, die voraussichtlich Mitte Juni 2026 fertiggestellt wird, ist auf dem modernsten Stand der Technik. Sie kann alten Asphalt wiederverwerten, sodass bis zu 90 Prozent Recyclingmaterial in neuen Straßenbelag fließen können. 
 

Ein Tag, der in Erinnerung bleibt
Das absolute Highlight für die Viertklässler war der direkte Kontakt mit der Technik. Am umgangssprachlich genannten „Loch“ (= der Tiefgang) wurde der Abbau des Granits erklärt, und bei den gewaltigen Muldenkippern, die bis zu 63 Tonnen Gestein transportieren, durften die Kinder sogar einmal in das Führerhaus klettern und sich wie echte Profis fühlen.
Zum Abschluss des lehrreichen Vormittags bedankten sich die Klassensprecher Helena Schmid und Tobias Wohlfahrt im Namen aller Kinder herzlich bei Herrn Bibov, Herrn Raab und dem gesamten Team für die spannende Führung und die großzügigen Geschenke.
Für die 4. Klasse war dieser Ausflug ein echtes Erlebnis, bei dem der Unterrichtsstoff aus dem Heimat- und Sachunterricht greifbar wurde – und wer weiß, vielleicht hat der Besuch im Hötzelsberger Steinbruch bei dem ein oder anderen Kind sogar das Interesse an einem technischen Beruf geweckt.